Trauerfeier-Hilfe-Forum Information & Hilfe Wissenswertes | zum Mitreden Welche Voraussetzungen sollte ein*e Trauerredner*in mitbringen?

Welche Voraussetzungen sollte ein*e Trauerredner*in mitbringen?

Welche Voraussetzungen sollte ein*e Trauerredner*in mitbringen?

Anja_Weiss

Moderator/in

78
01-09-2022, 14:51 #1
Es gibt viele Menschen, die glauben, dass es nicht viel braucht, um sich an ein Grab- oder vorne in eine Aussegnungshalle neben Sarg oder Urne zu stellen und eine Trauerrede zu halten.
Ein bisschen Wortgewandtheit, ein klein wenig Taktgefühl und ein Quäntchen Mut sollten dafür ausreichend sein, meinen sie.

Doch es braucht schon einige Voraussetzungen mehr, um einen verstorbenen Menschen an seinem letzten, stillen Fest zu ehren und seinen trauernden Angehörigen einen guten Abschied am Begräbnistag zu ermöglichen!

Eine gute, gelungene Trauerrede halten – das kann nicht jeder!
Nicht umsonst gibt es zertifizierte Trauerredner, die eine qualifizierte Ausbildung durchlaufen haben, um sich, neben dem Wunsch, diesen tröstlichen Dienst zu tun, alles dazu Notwendige anzueignen. Hier finden Sie unsere kompakte, 16stündige Online-Ausbildung, die die nötige Kompetenz und Sicherheit vermittelt:


Gewiss braucht es nicht so viele Voraussetzungen, wie das Alphabet Buchstaben hat, doch einige sollte ein*e qualifizierte*r Trauerredner*in schon mitbringen:

Ausbildung: Wie lang sollte eine gelungene, professionelle und empathische Trauerrede sein, so dass der Verstorbene gewürdigt wird, die Angehörigen Raum und Zeit haben, Abschied zu nehmen, und das Friedhofspersonal nicht nervös wird, weil ihr gestecktes Zeitfenster in Gefahr gerät?

Welche Marketinginstrumente muss ein frischgebackener Trauerredner (m/w) bedienen, um überhaupt Aufträge für außerkirchliche Trauerfeiern zu erhalten?

Wie geht man mit zerstrittenen Familien um, beschwichtigt Streitereien, so dass sie zumindest am Beerdigungstag ruhen, damit alle Familienmitglieder und Trauergäste in Ruhe und Würde einen Abschied in Frieden erleben können?

Was muss ich als Trauerredner*in in einem äußerst sensiblen Suizidfall beachten? Wie gehe ich beim Hausbesuch mit den schockierten Familienmitgliedern um, und wie muss eine Rede gestaltet sein, um den Freitod nicht mit einem Tabu zu belegen, gleichzeitig kein Salz in die ohnehin offenen psychischen Wunden der engsten Angehörigen zu streuen, und welche Worte braucht es in der Rede, um eine Einladung auszusprechen, eigene, aufkommende Schuldgefühle loszulassen?
Wer ein gutes Maß an Fingerspitzengefühl, Schreibfreude und Redegewandtheit besitzt und Interesse am Trauerrednerberuf verspürt, der erhält weitere Informationen zu einer qualifizierten Trauerrednerausbildung bei uns.

Einfühlungsvermögen: Ein Mensch, der sich zum Trauerredner (m/w) berufen fühlt, sollte ein gutes Einfühlungsvermögen besitzen. Als Voraussetzung für den Trauerrednerberuf ist dies unabdingbar.
Er hat durchweg mit trauernden Angehörigen zu tun, die sich ihren Kummer von der Seele reden möchten, die beim Hausbesuch im Gespräch manchmal ihren Tränen freien Lauf lassen, die auf kompetente, mitfühlende Unterstützung angewiesen sind.
Ein guter Trauerredner ist ein empathischer Begleiter, der in der Lage ist, auch bei Menschen im akuten Trauerfall deren psychische Ressourcen zu erkennen, sie darauf aufmerksam zu machen und ihnen somit hilft, diese Krise rund um den Beerdigungstag so gut zu überstehen, dass im Anschluss ein heilsamer Trauerprozess möglich wird.

Herz und Hirn in Kohärenz: Sowohl unsere menschliche Intuition, als auch neurobiologische Messungen lassen uns erkennen, wann ein Mensch uns gegenübertritt, dessen Herz und Hirn in Kohärenz sind, also einen elektroenergetischen Schwingungsgleichklang aufweisen.
Dieser kohärente Mensch strahlt eine Ruhe, Gelassenheit, einen Frieden, eine Klarheit und vielleicht sogar eine gewisse Güte aus.
Es gibt eine gute Übung, die einfach auszuführen ist und die Kohärenz zwischen Herz und Hirn innerhalb von wenigen Minuten erzeugt:


Man schließt die Augen, verlangsamt den Atem... fünf Sekunden einatmen, fünf Sekunden ausatmen, immer so weiter.
Man legt die Hand auf die Herzgegend, um die Aufmerksamkeit darauf zu richten – fünf Sekunden ein.... fünf Sekunden aus.
Während man so weiter verfährt, lädt man ein erhabenes Gefühl der folgenden fünf ein: Wertschätzung, Mitgefühl, Fürsorge, Dankbarkeit oder Freude.
Es kann ein einzelnes Gefühl intensiv gefühlt werden, oder alle hintereinander, je nachdem, wie es am besten gelingt.
Nach etwa drei Minuten sind Herz und Hirn miteinander kohärent – dies würde bei einer neurowissenschaftlichen Messung, einem sogenannten „Hirnscan“, bestätigt.
(Frei nach Gregg Braden)

Die Folge davon ist auch, dass eine Rede, die in diesem kohärenten Zustand verfasst wird, warmherzig und klar strukturiert ist und einen sogenannten „roten Faden“ der Stimmigkeit aufweist und sich gut verfolgen lässt (nach Abschluss einer qualifizierenden Ausbildung).
Ein*e gute*r Trauerredner*in hebt sich auch durch eben diese Herz-Hirnkohärenz von einem Laienredner ab.
(Übrigens dient diese Herz-Hirn-Kohärenz uns in jeder Lebenslage, sei es in einem schwierigen beruflichen oder privaten Gespräch, oder einfach generell im Alltag. Und – sie erhöht den Spiegel unzähliger, körpereigener Substanzen im Blut, die die Immunabwehr erhöhen)

Intuition: Eine gute Intuition, gepaart mit einem Quäntchen Fingerspitzengefühl, kann eine gute Voraussetzung für einen Trauerredner (m/w) sein, damit er weiß, was er besser nicht erwähnt, um die Würde des Verstorbenen nicht zu verletzen, was er auslässt, um kein Familienmitglied bloßzustellen und was es an Formulierungen braucht, um zu schlichten, wo Streitigkeiten in der Familie, die eh schon brodeln, nun drohen, Angesichts des Todesfalles hochzukochen.

Mut: Je nachdem, ob ein Mensch sich selber salopp als „Rampensau“ bezeichnen würde, oder ob er eher zu den schüchternen Vertretern gehört, die ungern im Mittelpunkt stehen, wird er als Trauerredner*in mehr oder weniger Mut aufbringen müssen, um sich als Leuchtturm im Meer tosender Trauergefühle vor die Trauergesellschaft zu stellen, die manchmal (zumindest außerhalb von Viruspandemien) mehrere hundert Personen umspannen kann.
Letztlich sei gesagt; Egal, ob eine Trauerrede vor zehn, fünfzig oder fünfhundert Menschen gehalten wird, wirklich relevant und somit im Fokus stehen sollte der Verstorbene, dessen Würde und Ehrung gewahrt werden müssen, und die engsten Angehörigen, denen ein guter Abschied ermöglicht werden soll.

Pünktlichkeit ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für einen Trauerredner (m/w).
Eine Trauerfeier, die zu spät beginnt, weil der Trauerredner, die Trauerrednerin unpünktlich erscheint, ist für die Trauerfamilie eine gefühlte Katastrophe.
Ein*e Trauerredner*in sollte die Disziplin haben, sich stets so früh auf den Weg zum Friedhof oder Bestattungswald aufzumachen, dass er/sie etwa eine halbe Stunde vor Beginn der Trauerfeier an Ort und Stelle erscheint – wenn nicht irgendeine höhere Gewalt eintritt, die außerhalb des menschlichen Einflussbereiches liegt.

Redefluss – sowohl in Wort als auch in Schrift. Wem es in der Schulzeit schwergefallen ist, einen Aufsatz zu schreiben, oder ein Referat vor der Klasse zu halten, der wird sich wahrscheinlich als Trauerredner*in schwertun.
Ein hauptberuflicher Trauerredner, der drei, vier oder fünf Trauerreden pro Woche schreiben muss, die jeweils ganz individuell neu verfasst, persönlich, warmherzig und sprachlich geschliffen sein sollen, kann sich keine Schreibblockade leisten.

T und V diese beiden Buchstaben sollte ein*e Trauerredner*in stets als Gemahnen im inneren Fokus haben! Die passende, wichtige Frage dazu lautet:
Habe ich meine Trauer über eigene Verluste gut bewältigt? Nur dann bin ich in der Lage, mit emotionaler Stabilität andere Menschen in einer akuten Trauersituation gut zu begleiten. Die eigene, gelungene und möglichst abgeschlossene Verlustbewältigung ist eine Voraussetzung, die ein*e Trauerredner*in mitbringen sollte.

Weltbild: Es dient einem Trauerredner als gute Voraussetzung für seinen Berufsalltag, sich über sein eigenes Weltbild Klarheit zu verschaffen, auch wenn in der Praxis das Weltbild der Angehörigen im Vordergrund steht.
Folgende Fragestellungen können dabei hilfreich sein:
Wie stehe ich zum Tod? Betrachte ich ihn als Feind, weil er das Leben verkürzt, oder ist er ein Freund, weil er hilft, wieder nach Hause zu gehen? Wo ist meine Heimat? Bin ich mein Körper, so dass nichts mehr von mir übrig bleibt, sobald mein Körper verstorben ist? Oder gibt es etwas in mir, das unsterblich ist, eine Seele oder eine geistige Präsenz, die unzerstörbar ist, auch wenn mein Körper abgelegt worden ist und zu Staub zerfällt?
Die Antworten auf diese Fragen darf jeder Mensch für sich selber finden.
Zweifellos wird der/die Trauerredner*in den Beruf unbelasteter ausführen können, der/die die Überzeugung - oder zumindest die Hoffnung in sich trägt, dass es ein endloses, nicht lokales Bewusstsein gibt, das transpersonal ist, also über die Person hinausgeht.

Ziel: Eine gute Trauerrednervoraussetzung ist, sich über die beiden Ziele einer Trauerfeier bewusst zu sein:

- Erstens den Verstorbenen an seinem letzten stillen Fest zu ehren – jenseits von Heuchelei und jenseits von Urteil.
- Zweitens: Den Angehörigen einen guten, tröstlichen Abschied zu ermöglichen.

Diese vorstehenden Gedanken mögen beispielhaft zu erkennen geben, dass es mehr voraussetzt, um ein*e gute*r Trauerredner*in zu sein, als sich nur mit einer Sammlung von ein paar Worten ans Grab zustellen und eine Rede zu halten.

Herzliche, empathische Qualifizierungsgrüße,

Anja Weiß
Freie Trauerrednerin und Dozentin der Sprecherakademie für BTR
Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 02-09-2022, 07:24 von Anja_Weiss.
Anja_Weiss
01-09-2022, 14:51 #1

Es gibt viele Menschen, die glauben, dass es nicht viel braucht, um sich an ein Grab- oder vorne in eine Aussegnungshalle neben Sarg oder Urne zu stellen und eine Trauerrede zu halten.

Ein bisschen Wortgewandtheit, ein klein wenig Taktgefühl und ein Quäntchen Mut sollten dafür ausreichend sein, meinen sie.

Doch es braucht schon einige Voraussetzungen mehr, um einen verstorbenen Menschen an seinem letzten, stillen Fest zu ehren und seinen trauernden Angehörigen einen guten Abschied am Begräbnistag zu ermöglichen!

Eine gute, gelungene Trauerrede halten – das kann nicht jeder!
Nicht umsonst gibt es zertifizierte Trauerredner, die eine qualifizierte Ausbildung durchlaufen haben, um sich, neben dem Wunsch, diesen tröstlichen Dienst zu tun, alles dazu Notwendige anzueignen. Hier finden Sie unsere kompakte, 16stündige Online-Ausbildung, die die nötige Kompetenz und Sicherheit vermittelt:


Gewiss braucht es nicht so viele Voraussetzungen, wie das Alphabet Buchstaben hat, doch einige sollte ein*e qualifizierte*r Trauerredner*in schon mitbringen:

Ausbildung: Wie lang sollte eine gelungene, professionelle und empathische Trauerrede sein, so dass der Verstorbene gewürdigt wird, die Angehörigen Raum und Zeit haben, Abschied zu nehmen, und das Friedhofspersonal nicht nervös wird, weil ihr gestecktes Zeitfenster in Gefahr gerät?

Welche Marketinginstrumente muss ein frischgebackener Trauerredner (m/w) bedienen, um überhaupt Aufträge für außerkirchliche Trauerfeiern zu erhalten?

Wie geht man mit zerstrittenen Familien um, beschwichtigt Streitereien, so dass sie zumindest am Beerdigungstag ruhen, damit alle Familienmitglieder und Trauergäste in Ruhe und Würde einen Abschied in Frieden erleben können?

Was muss ich als Trauerredner*in in einem äußerst sensiblen Suizidfall beachten? Wie gehe ich beim Hausbesuch mit den schockierten Familienmitgliedern um, und wie muss eine Rede gestaltet sein, um den Freitod nicht mit einem Tabu zu belegen, gleichzeitig kein Salz in die ohnehin offenen psychischen Wunden der engsten Angehörigen zu streuen, und welche Worte braucht es in der Rede, um eine Einladung auszusprechen, eigene, aufkommende Schuldgefühle loszulassen?
Wer ein gutes Maß an Fingerspitzengefühl, Schreibfreude und Redegewandtheit besitzt und Interesse am Trauerrednerberuf verspürt, der erhält weitere Informationen zu einer qualifizierten Trauerrednerausbildung bei uns.

Einfühlungsvermögen: Ein Mensch, der sich zum Trauerredner (m/w) berufen fühlt, sollte ein gutes Einfühlungsvermögen besitzen. Als Voraussetzung für den Trauerrednerberuf ist dies unabdingbar.
Er hat durchweg mit trauernden Angehörigen zu tun, die sich ihren Kummer von der Seele reden möchten, die beim Hausbesuch im Gespräch manchmal ihren Tränen freien Lauf lassen, die auf kompetente, mitfühlende Unterstützung angewiesen sind.
Ein guter Trauerredner ist ein empathischer Begleiter, der in der Lage ist, auch bei Menschen im akuten Trauerfall deren psychische Ressourcen zu erkennen, sie darauf aufmerksam zu machen und ihnen somit hilft, diese Krise rund um den Beerdigungstag so gut zu überstehen, dass im Anschluss ein heilsamer Trauerprozess möglich wird.

Herz und Hirn in Kohärenz: Sowohl unsere menschliche Intuition, als auch neurobiologische Messungen lassen uns erkennen, wann ein Mensch uns gegenübertritt, dessen Herz und Hirn in Kohärenz sind, also einen elektroenergetischen Schwingungsgleichklang aufweisen.
Dieser kohärente Mensch strahlt eine Ruhe, Gelassenheit, einen Frieden, eine Klarheit und vielleicht sogar eine gewisse Güte aus.
Es gibt eine gute Übung, die einfach auszuführen ist und die Kohärenz zwischen Herz und Hirn innerhalb von wenigen Minuten erzeugt:


Man schließt die Augen, verlangsamt den Atem... fünf Sekunden einatmen, fünf Sekunden ausatmen, immer so weiter.
Man legt die Hand auf die Herzgegend, um die Aufmerksamkeit darauf zu richten – fünf Sekunden ein.... fünf Sekunden aus.
Während man so weiter verfährt, lädt man ein erhabenes Gefühl der folgenden fünf ein: Wertschätzung, Mitgefühl, Fürsorge, Dankbarkeit oder Freude.
Es kann ein einzelnes Gefühl intensiv gefühlt werden, oder alle hintereinander, je nachdem, wie es am besten gelingt.
Nach etwa drei Minuten sind Herz und Hirn miteinander kohärent – dies würde bei einer neurowissenschaftlichen Messung, einem sogenannten „Hirnscan“, bestätigt.
(Frei nach Gregg Braden)

Die Folge davon ist auch, dass eine Rede, die in diesem kohärenten Zustand verfasst wird, warmherzig und klar strukturiert ist und einen sogenannten „roten Faden“ der Stimmigkeit aufweist und sich gut verfolgen lässt (nach Abschluss einer qualifizierenden Ausbildung).
Ein*e gute*r Trauerredner*in hebt sich auch durch eben diese Herz-Hirnkohärenz von einem Laienredner ab.
(Übrigens dient diese Herz-Hirn-Kohärenz uns in jeder Lebenslage, sei es in einem schwierigen beruflichen oder privaten Gespräch, oder einfach generell im Alltag. Und – sie erhöht den Spiegel unzähliger, körpereigener Substanzen im Blut, die die Immunabwehr erhöhen)

Intuition: Eine gute Intuition, gepaart mit einem Quäntchen Fingerspitzengefühl, kann eine gute Voraussetzung für einen Trauerredner (m/w) sein, damit er weiß, was er besser nicht erwähnt, um die Würde des Verstorbenen nicht zu verletzen, was er auslässt, um kein Familienmitglied bloßzustellen und was es an Formulierungen braucht, um zu schlichten, wo Streitigkeiten in der Familie, die eh schon brodeln, nun drohen, Angesichts des Todesfalles hochzukochen.

Mut: Je nachdem, ob ein Mensch sich selber salopp als „Rampensau“ bezeichnen würde, oder ob er eher zu den schüchternen Vertretern gehört, die ungern im Mittelpunkt stehen, wird er als Trauerredner*in mehr oder weniger Mut aufbringen müssen, um sich als Leuchtturm im Meer tosender Trauergefühle vor die Trauergesellschaft zu stellen, die manchmal (zumindest außerhalb von Viruspandemien) mehrere hundert Personen umspannen kann.
Letztlich sei gesagt; Egal, ob eine Trauerrede vor zehn, fünfzig oder fünfhundert Menschen gehalten wird, wirklich relevant und somit im Fokus stehen sollte der Verstorbene, dessen Würde und Ehrung gewahrt werden müssen, und die engsten Angehörigen, denen ein guter Abschied ermöglicht werden soll.

Pünktlichkeit ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für einen Trauerredner (m/w).
Eine Trauerfeier, die zu spät beginnt, weil der Trauerredner, die Trauerrednerin unpünktlich erscheint, ist für die Trauerfamilie eine gefühlte Katastrophe.
Ein*e Trauerredner*in sollte die Disziplin haben, sich stets so früh auf den Weg zum Friedhof oder Bestattungswald aufzumachen, dass er/sie etwa eine halbe Stunde vor Beginn der Trauerfeier an Ort und Stelle erscheint – wenn nicht irgendeine höhere Gewalt eintritt, die außerhalb des menschlichen Einflussbereiches liegt.

Redefluss – sowohl in Wort als auch in Schrift. Wem es in der Schulzeit schwergefallen ist, einen Aufsatz zu schreiben, oder ein Referat vor der Klasse zu halten, der wird sich wahrscheinlich als Trauerredner*in schwertun.
Ein hauptberuflicher Trauerredner, der drei, vier oder fünf Trauerreden pro Woche schreiben muss, die jeweils ganz individuell neu verfasst, persönlich, warmherzig und sprachlich geschliffen sein sollen, kann sich keine Schreibblockade leisten.

T und V diese beiden Buchstaben sollte ein*e Trauerredner*in stets als Gemahnen im inneren Fokus haben! Die passende, wichtige Frage dazu lautet:
Habe ich meine Trauer über eigene Verluste gut bewältigt? Nur dann bin ich in der Lage, mit emotionaler Stabilität andere Menschen in einer akuten Trauersituation gut zu begleiten. Die eigene, gelungene und möglichst abgeschlossene Verlustbewältigung ist eine Voraussetzung, die ein*e Trauerredner*in mitbringen sollte.

Weltbild: Es dient einem Trauerredner als gute Voraussetzung für seinen Berufsalltag, sich über sein eigenes Weltbild Klarheit zu verschaffen, auch wenn in der Praxis das Weltbild der Angehörigen im Vordergrund steht.
Folgende Fragestellungen können dabei hilfreich sein:
Wie stehe ich zum Tod? Betrachte ich ihn als Feind, weil er das Leben verkürzt, oder ist er ein Freund, weil er hilft, wieder nach Hause zu gehen? Wo ist meine Heimat? Bin ich mein Körper, so dass nichts mehr von mir übrig bleibt, sobald mein Körper verstorben ist? Oder gibt es etwas in mir, das unsterblich ist, eine Seele oder eine geistige Präsenz, die unzerstörbar ist, auch wenn mein Körper abgelegt worden ist und zu Staub zerfällt?
Die Antworten auf diese Fragen darf jeder Mensch für sich selber finden.
Zweifellos wird der/die Trauerredner*in den Beruf unbelasteter ausführen können, der/die die Überzeugung - oder zumindest die Hoffnung in sich trägt, dass es ein endloses, nicht lokales Bewusstsein gibt, das transpersonal ist, also über die Person hinausgeht.

Ziel: Eine gute Trauerrednervoraussetzung ist, sich über die beiden Ziele einer Trauerfeier bewusst zu sein:

- Erstens den Verstorbenen an seinem letzten stillen Fest zu ehren – jenseits von Heuchelei und jenseits von Urteil.
- Zweitens: Den Angehörigen einen guten, tröstlichen Abschied zu ermöglichen.

Diese vorstehenden Gedanken mögen beispielhaft zu erkennen geben, dass es mehr voraussetzt, um ein*e gute*r Trauerredner*in zu sein, als sich nur mit einer Sammlung von ein paar Worten ans Grab zustellen und eine Rede zu halten.

Herzliche, empathische Qualifizierungsgrüße,

Anja Weiß
Freie Trauerrednerin und Dozentin der Sprecherakademie für BTR

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