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Emotionale Abgrenzung von Trauernden - Mitgefühl vs. Mitleid

Emotionale Abgrenzung von Trauernden - Mitgefühl vs. Mitleid

Anja_Weiss

Moderator/in

78
02-09-2022, 08:29 #1
Trauerredner*innen bzw. potentielle Seminarteilnehmer*innen äußern oft ihre Besorgnis, in Gegenwart von Trauernden selbst mitzuweinen. Doch Trauerfamilien brauchen uns als empathische, professionelle und souveräne Begleiter*innen, die sie am Beerdigungstag wie ein Leuchtturm sicher durch das Meer ihrer tosenden Gefühle begleiten und auch ein Stück weit führen.

Es gibt zwei gute Tipps zur emotionalen Abgrenzung:

Tipp 1) Schauen Sie bitte, ob Sie Ihre eigenen Verluste im Leben genug betrauert und beweint haben. Wenn es in Ihnen wirklich verarbeitet ist, triggert Sie Trauerschmerz anderer nicht mehr so sehr.

Tipp 2) Wir dürfen immer schauen, dass wir im MitGEFÜHL bleiben und nicht in´s MitLEID abrutschen!

MitGEFÜHL ist ein Gefühl, das die Verbundenheit zu dem trauernden Menschen stärkt.
Unser Mitgefühl stärkt auch uns, weil dort eine Kraft wirkt, durch die wir unser Herz für den trauernden Menschen öffnen können, und den Raum für seinen Schmerz halten, der nicht der unsere ist.

MitLEID hingegen lässt uns mitleiden. Wir rutschen aus einem Irrtum heraus von Mitgefühl ins Mitleid ab: Wenn wir uns versehentlich über diesen trauernden Menschen stellen in der Haltung von "oh je, wie schrecklich, Du leidest so, das ist ja auch ganz furchtbar, Dein geliebter Mann ist tot, Dein geliebtes Kind ist tot, wie sollst Du das jetzt nur schaffen, weiterzuleben, oh je....!"

Das ist unangemessenes Mitleid. Vor uns sitzt ein Mensch, dem wir unser Vertrauen schenken dürfen, dass er zu seiner Zeit und in seinem Tempo seinen Trauerprozess schafft! DAS ist dann heilendes Mitgefühl!

Ich behaupte, dass noch niemals ein Mensch je an Trauer zerbrochen ist - nicht an dem schmerzhaften GEFÜHL!
Wir sind so kraftvoll designed, dass wir jedes Gefühl der gesamten Palette aushalten können, wenn wir damit still im Feuer sitzen, und wenn das Gefühl DA SEIN DARF!
Wenn jemand an Trauer zu zerbrechen scheint, dann sind es IMMER die widerständigen Gedanken drumherum, nicht akzeptieren zu wollen, was eh nicht zu ändern ist - der Mensch ist tot!
Gedanken wie: Warum er? Warum sie? Warum so früh? Warum so? Warum passiert mir das jetzt?......

DIESE Gedanken sind das Problem, nicht das Gefühl der Trauer.

In unserer Trauerrednerausbildung zeige ich den Teilnehmer*innen außerdem zwei Übungen zur emotionalen Abgrenzung:

a) Eine Übung, die hilft, im eigenen Gefühlsraum zu bleiben angesichts trauernder Menschen

b) Eine Übung, die uns bei eigener emotionaler Aufgewühltheit und/oder Lampenfieber (vor einem Hausbesuch, vor einer Trauerfeier) schnell wieder in unsere eigene Mitte und Souveränität bringt.

Hier alle Infos zur Trauerredner*in-Ausbildung

Mitfühlende, souveräne Grüße,

Anja Weiß
Anja_Weiss
02-09-2022, 08:29 #1

Trauerredner*innen bzw. potentielle Seminarteilnehmer*innen äußern oft ihre Besorgnis, in Gegenwart von Trauernden selbst mitzuweinen. Doch Trauerfamilien brauchen uns als empathische, professionelle und souveräne Begleiter*innen, die sie am Beerdigungstag wie ein Leuchtturm sicher durch das Meer ihrer tosenden Gefühle begleiten und auch ein Stück weit führen.

Es gibt zwei gute Tipps zur emotionalen Abgrenzung:

Tipp 1) Schauen Sie bitte, ob Sie Ihre eigenen Verluste im Leben genug betrauert und beweint haben. Wenn es in Ihnen wirklich verarbeitet ist, triggert Sie Trauerschmerz anderer nicht mehr so sehr.

Tipp 2) Wir dürfen immer schauen, dass wir im MitGEFÜHL bleiben und nicht in´s MitLEID abrutschen!

MitGEFÜHL ist ein Gefühl, das die Verbundenheit zu dem trauernden Menschen stärkt.
Unser Mitgefühl stärkt auch uns, weil dort eine Kraft wirkt, durch die wir unser Herz für den trauernden Menschen öffnen können, und den Raum für seinen Schmerz halten, der nicht der unsere ist.

MitLEID hingegen lässt uns mitleiden. Wir rutschen aus einem Irrtum heraus von Mitgefühl ins Mitleid ab: Wenn wir uns versehentlich über diesen trauernden Menschen stellen in der Haltung von "oh je, wie schrecklich, Du leidest so, das ist ja auch ganz furchtbar, Dein geliebter Mann ist tot, Dein geliebtes Kind ist tot, wie sollst Du das jetzt nur schaffen, weiterzuleben, oh je....!"

Das ist unangemessenes Mitleid. Vor uns sitzt ein Mensch, dem wir unser Vertrauen schenken dürfen, dass er zu seiner Zeit und in seinem Tempo seinen Trauerprozess schafft! DAS ist dann heilendes Mitgefühl!

Ich behaupte, dass noch niemals ein Mensch je an Trauer zerbrochen ist - nicht an dem schmerzhaften GEFÜHL!
Wir sind so kraftvoll designed, dass wir jedes Gefühl der gesamten Palette aushalten können, wenn wir damit still im Feuer sitzen, und wenn das Gefühl DA SEIN DARF!
Wenn jemand an Trauer zu zerbrechen scheint, dann sind es IMMER die widerständigen Gedanken drumherum, nicht akzeptieren zu wollen, was eh nicht zu ändern ist - der Mensch ist tot!
Gedanken wie: Warum er? Warum sie? Warum so früh? Warum so? Warum passiert mir das jetzt?......

DIESE Gedanken sind das Problem, nicht das Gefühl der Trauer.

In unserer Trauerrednerausbildung zeige ich den Teilnehmer*innen außerdem zwei Übungen zur emotionalen Abgrenzung:

a) Eine Übung, die hilft, im eigenen Gefühlsraum zu bleiben angesichts trauernder Menschen

b) Eine Übung, die uns bei eigener emotionaler Aufgewühltheit und/oder Lampenfieber (vor einem Hausbesuch, vor einer Trauerfeier) schnell wieder in unsere eigene Mitte und Souveränität bringt.

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